Tihanyer

Freilichtmuseum

Die charakteristischen Merkmale der volkstümlichen Architektur des Balaton-Oberlands.

Tihanyer Freilichtmuseum

Die Gebäude im Tihanyer Freilichtmuseum stammen aus zwei unterschiedlichen Epochen. Beide stellen typische Beispiele volkstümlicher Architektur des Balaton-Oberlandes dar. Ihr Baumaterial ist Gestein aus der Umgebung und ihr Satteldach ist mit Schilf gedeckt. Eines der Gebäude gehörte ehemals der Fischerzunft. Dieses verkörpert einen älteren Haustyp, in dem die einzelnen Räume durch Türen von der Laube erreichbar sind. Die Besonderheit dieses Wohnhauses ist die Rauchküche, auch schwarze Küche genannt. Das andere Gebäude ist ein Bauernhaus. Hier vermitteln die Laube, die zu einer kleinen Kammer zugemauert wurde, sowie die Küche mit freiem Rauchfang und Schornstein eher die Atmosphäre des kleinadeligen Wohnmilieus. Es stammt aus einem etwas späteren, moderneren Zeitalter der volkstümlichen Baukunst. Bei diesem Haustyp öffnen sich alle Räumlichkeiten aus dem Vorraum in der Küche (nicht mehr von der Laube), da sowohl in der Küche als auch im Zimmer das Abziehen des Rauches schon gesichert war. Ein anderes Anzeichen der moderneren Bauweise ist die zugemauerte Laube, wodurch das Haus um einen zusätzlichen Raum erweitert werden konnte. Beheizt werden die Wohnzimmer der beiden Häuser durch für das Balaton-Oberland typische Heizungsanlagen und zwar mit Kachelöfen. Im Haus der Fischerzunft steht ein einfacherer Kachelofen mit Topfkacheln, ebenso im Bauernhaus, jedoch eine modernere Variante, die mehr ein städtisches Vorbild reflektiert. Auch die anderen Gegenstände der beiden Häuser spiegeln diesen Unterschied wider: das Haus der Fischerzunft zeigt die Wende des 19. und 20. Jahrhunderts, das Interieur des Bauernhauses versetzt einen in die 1940-50er Jahre, in eine Zeit mit vielen Veränderungen, welche auch den Tourismus als bedeutenden Faktor mit sich brachten. Die Ausstellung im Haus der Fischerzunft befasst sich in erster Linie mit dem Thema Fischerei, da es ursprünglich das Wohnhaus des Vorstehers der Zunft war. Auch die Versammlung der Mitglieder fand immer hier statt. Die hier ausgestellten Fischereiwerkzeuge wurden aber ursprünglich keineswegs hier gelagert oder hierher mitgenommen. Sie wurden im Lager am Wasser aufbewahrt. Höchstens die Netze wurden zum Flicken nach Hause mitgenommen. Unsere Ausstellung ist eine Art Zeitreise, die uns in die Vergangenheit führt. Unsere „Reiseleiterin“ dabei wird Frau Lidi (Erzählerin Pintér Pálné) sein, die sich bestens in der Vergangenheit von Tihany auskannte. Sie kam im Jahr 1937 aus dem Nachbarkomitat Somogy nach Tihany und begann die Lebensweise und Sitten der Dorfbewohner zu erforschen. Mit der Zeit ist sie sozusagen zur Geschichtenerzählerin nicht nur des Dorfes, sondern sogar des ganzen Plattensees geworden. Ihre Forschungen schrieb sie auch nieder. Viele ihrer Werke werden heute noch im Komitatsmuseum von Veszprém aufbewahrt. Diese Ausstellung ehrt auch ihre Arbeit.

Aus dem Interieur des Raumes lassen sich die bürgerlichen Nachahmungsbestrebungen der Eigentümerfamilie erschließen…

Ab den 1930er Jahren war es auch in Tihany üblich, dass örtliche Familien einzelne Zimmer ihrer Bauernhäuser an Feriengäste vermieteten…

Beim Betreten des Raumes befinden wir uns interessanterweise nicht in der Küche, sondern genauer gesagt im Vorraum, der in unserer Region als Pitvar bezeichnet wird…

Die Einrichtung des Wohnraums des Fischerzunfthauses erinnert einerseits an ein bedeutendes Kapitel des Tihanyer Fischerlebens, andererseits gewährt sie Einblick in die Wohnkultur des 19. Jahrhunderts…

Neben dem Weinbau war die Fischerei über Jahrhunderte hinweg die wichtigste Lebensgrundlage der Bevölkerung am Balatonufer. Dies galt in besonderem Maße für Tihany, wo die küstennahen Gewässer…

Rauchküchen waren im Balaton-Oberland selbst im 20. Jahrhundert keine Seltenheit; meist befanden sie sich im Besitz ärmerer Familien oder älterer Menschen, die den Raum nicht modernisierten…

Informationen

Kontakt

8237 Tihany, Pisky Promenade. 12.
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+36 30 628 37 57